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12. DEZ. 2018

Wir setzen auf den proaktiven Netzausbau

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Interview mit Stefan Tiemann (ANGA-Vorstand / Geschäftsführer RFT kabel Brandenburg GmbH)

Welche Ausbauaktivitäten erfolgen derzeit im glasfaserbasierten Kabelnetz von RFT kabel?

Aufgrund eines hohen Kundenwachstums im Bereich unserer Internetdienste setzen wir verstärkt auf eine proaktive Netzpflege und -ausbau. Durch die Inbetriebnahme neuer Glasfaserstrecken reduzieren wir die Cluster innerhalb unserer Versorgungsgebiete und gewinnen deutlich an erforderlichen Bandbreitenkapazitäten hinzu. Doch die kontinuierliche Netzverdichtung ist eine ebenso wichtige Aufgabe. Denn mit steigender Tendenz signalisieren uns sowohl Hausverwalter als auch Immobilieneigentümer ihre Bedarfe hinsichtlich moderner Glasfaseranschlüsse. Im Zentrum stehen dabei eine verlässliche Versorgungssituation, frei von Kapazitätsengpässen und Leitungsdämpfungen, sowie ein bedarfsorientierter Kundenservice vor Ort. Diese Merkmale tragen zum Erfolg des Brandenburgnetzes bei.

Welche Rolle wird FttB zukünftig spielen?  

Seit 2008 forcieren wir bei Netzerrichtungen konsequent den Ausbau auf Basis von (mindestens) FttB. Der direkte Gebäudeanschluss spielt daher nicht erst künftig eine große Rolle für unseren Netzausbau, sondern ist bei uns bereits Stand der Technik. Entsprechende Netze unterhalten wir in mehreren Brandenburgischen Städten, zur großen Zufriedenheit der Wohnwirtschaft bzw. deren Bewohner*innen. 

Ab 2019 wird die RFT kabel erstmalig alte HFC-Netze überbauen. Beginnen werden wir in unserer Heimatstadt Brandenburg an der Havel. Die Planungen sehen ein hochperformantes FttB-Netz vor, bei dem die Netzstruktur vorsorglich mit Ressourcen für einen sukzessiven FttH-Ausbau ausgestattet wird. Bis Mitte 2020 werden so ca. 9.000 WE an das überbaute RFT-Netz angeschlossen. Danach geht es schrittweise weiter, bis schließlich alle rund 40.000 Haushaltsanschlüsse mit Glaserfaser überbaut worden sind. Auch wenn unsere verbliebenen HFC-Netze bisher hinreichend Bandbreitenreserven bieten, werden wir sie nach und nach überbauen. Unser Zukunftsziel ist einzig die Glasfaser als Übertragungsmedium. Weil wir überzeugt sind, dass nur Glasfasernetze alle gegenwärtigen, wie zukünftigen Kundenbedürfnisse abbilden können. 

Dem Netzprojekt in Brandenburg an der Havel folgt direkt der FttB-Ausbau in der Stadt Bad Belzig. Bis Ende 2021 sollen auch dort unter Vertrag stehende HFC-Strukturen durch Glasfaserarchitekturen bis in die Gebäude überbaut werden. Bei sämtlichen Planungen haben wir jeweils die gesamte Breitbandentwicklung der Städte im Auge sowie den nachträglichen Ausbau unserer Netze von FttB zu FttH. Als Partner der Wohnungswirtschaft begleiten wir entsprechend Sanierungen sowie Umbauten und motivieren letztlich dazu Glasfasern bis in die Wohnungen zu verlegen. 

Welches Konzept wird bei der Hauszuführung von der Straße in die Gebäude verfolgt?

Bei der Netzerrichtung sehen wir für jedes Gebäude vorsorglich ein Leerrohr vor, sofern uns noch kein Gestattungsvertrag vorliegt. Auch bei der Faseranzahl dimensionieren wir präventiv etwas höher. Das verlegte Glasfaserkabel für die Gebäudeerschließung sieht mindestens eine Faser pro Wohnung und weitere zusätzliche Fasern für das gesamte Gebäude vor, so dass nicht nur alle WE des jeweiligen Hausaufgangs versorgt, sondern darüber hinaus weitere Reserven gebildet werden.

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