Gigabit-Symposium 2021

Gigabit-Symposium 2021

Bericht zur Veranstaltung 

Die Corona-Pandemie hat im letzten Jahr die Notwendigkeit des schnellen Ausbaus von flächendeckenden Gigabit-Anschlüssen noch stärker in den Fokus gerückt. Das Thema stand daher im Vordergrund des virtuellen Gigabit-Symposiums mit rund ca. 370 Gästen am 26. Januar 2021, veranstaltet von den Verbänden ANGA, eco und VATM. Zum Auftakt des Superwahljahres diskutierten Vertreter aus Politik und Wirtschaft, welche politischen und praktischen Impulse notwendig sind, um das Ziel flächendeckender Gigabit-Anschlüsse bis 2025 zu erreichen. Im Anschluss an die Hauptrunde konnten sich die Gäste unter anderem in dem von der ANGA moderierten Themenforum „Leistungsfähige Netze in den Häusern – was brauchen wir dafür heute und morgen?“ mit Experten austauschen.

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Von links: Thomas Braun, Klaus Landefeld und Martin Witt

Zu Beginn begrüßten ANGA-Präsident Thomas Braun, eco Vorstand für Infrastruktur und Netze Klaus Landefeld und VATM-Präsident Martin Witt die Teilnehmer und betonten, dass es durch die anstehende Novellierung des Telekommunikationsgesetzes nicht zu Mehrbelastungen für die TK-Branche kommen dürfe. Über die Treiber und Bremser des Gigabit-Ausbaus diskutierten im Anschluss Elisabeth Winkelmeier-Becker, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Heike Raab, Staatssekretärin in der Staatskanzlei Reinland-Pfalz, Michael Jungwirth von Vodafone, Timo von Lepel von NetCologne und David Zimmer, Deutsche Glasfaser. 

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Von links: Elisabeth Winkelmeier-Becker, Heike Raab, Michael Jungwirth, Timo von Lepel und David Zimmer

Die Bewertung des TKG-Entwurfs durch die Branche war gemischt. Wenngleich sich in dem Gesetzentwurf positive Vorschläge wiederfänden, könnten einige Ansätze den Gigabit-Ausbau eher verhindern. Timo von Lepel brachte es auf den Punkt: „Die geplante Streichung der Umlagefähigkeit der Betriebskosten von Inhaus-Netzen halten wir für äußerst kritisch, insbesondere aus Sicht eines Mittelständlers.“ Außerdem forderten die Branchenvertreter eine sinnvolle volkswirtschaftliche Fokussierung der geförderten Ausbauvorhaben. Bestehende Strukturen und Netze dürften nicht mit Fördergeldern überbaut, sondern sollten dem Ausbau neuer Glasfaser-Netze zu Verfügung gestellt werden. Schließlich müssten neben der Infrastruktur auch Dienste und Anwendungen vermehrt politische Aufmerksamkeit erhalten.

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten drei Themenforen. Die ANGA widmete sich hierbei dem wichtigen Thema des Inhaus-Ausbaus. Einleitend betonte ANGA-Geschäftsführerin Dr. Andrea Huber: „Die Nutzung von digitalen Anwendungen im eigenen Zuhause wird in der Zukunft immer wichtiger. Daher gilt es, die Netze in den Häusern zügig für die Bedürfnisse des 21. Jahrhunderts fit zu machen.“ Nach kurzen Statements standen Dr. Mirko Paschke, Leiter der AG Digitale Netze beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Bernd Thielk, Geschäftsführer von willy.tel, den Teilnehmern für Fragen zur Verfügung. Schwerpunkte waren auch hier die drohende Streichung der Umlagefähigkeit sowie der enge Zusammenhang zwischen schnellen Zu- und Ableitungen und dem Inhaus-Ausbau.

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Von links: Dr. Andrea Huber, Bernd Thielk und Dr. Mirko Paschke

Die Botschaften der Diskussionen waren deutlich: Voraussetzung für ein Erreichen der Gigabit-Ziele sind bessere Rahmenbedingungen für den privatwirtschaftlichen Ausbau, einfachere Genehmigungsverfahren und eine stärkere Rechts- und Planungssicherheit für TK-Unternehmen. Nur so lässt sich die Infrastrukturstruktur für die digitale Transformation Deutschlands in den kommenden Jahren gestalten.

Das vollständige Programm finden Sie hier