Presse
07. FEB. 2008

Koalitionsvertrag: Kabelnetzbetreiber mahnen konsequenten Vorrang für private Investitionen an

asaf-r-130427

  • Die ANGA unterstützt das Ziel, bis 2025 flächendeckend Gigabit-Infrastrukturen aufzubauen
  • Glasfaser/Kabel-Netzbetreiber der ANGA können 75 Prozent der deutschen Haushalte und auch viele Unternehmen bis 2025 durch Gigabit-Technologie versorgen 
  • Digitalagentur muss klare Zuständigkeiten haben


Köln/Berlin, 7. Februar 2018 – Die ANGA unterstützt den von den Koalitionspartnern vereinbarten Anspruch, an die Weltspitze im Bereich der digitalen Infrastrukturen zu kommen. Thomas Braun, Präsident der ANGA: „Wir begrüßen das Ziel, den flächendeckenden Ausbau mit Gigabit-Netzen bis zum Jahr 2025 voranzutreiben. Die von der ANGA vertretenen Glasfaser/Kabel-Netzbetreiber können 75 Prozent der deutschen Haushalte und auch viele Unternehmen bis 2025 durch Gigabit-Technologie versorgen.“ Die Netzbetreiber haben begonnen, in die Aufrüstung auf den Gigabit-Standard DOCSIS 3.1 zu investieren und werden vielen Haushalten schon in dieser Legislaturperiode Gigabit-Bandbreiten anbieten. Unklar bleibt allerdings, warum bei öffentliche Einrichtungen Gigabitanschlüsse nicht ausreichen sollen, sondern eine einzige Technologie vorgeschrieben wird.

Im Falle eines rechtlich abgesicherten Anspruches auf schnelles Internet ab 2025 ist sicherzustellen, dass private Investitionen nicht ausgebremst werden. Ein Universaldienst wäre der Abschied vom marktgetriebenen Breitbandausbau, denn private Investitionen würden möglicherweise warten, bis sie durch den Gesetzgeber im Zuge des Rechtsanspruchs den Auftrag zum Zwangsausbau erhalten. 

Der Infrastrukturwettbewerb ist der wirksamste Treiber für den Breitbandausbau. Die Netzbetreiber der ANGA setzen auch weiter auf Ausbau im Wettbewerb. ANGA-Präsident Thomas Braun ergänzt: "Der Großteil des notwendigen Ausbaus wird privatwirtschaftlich gestemmt. Aber es werden unterversorgte Regionen verbleiben, in denen der Staat den Ausbau von Glasfaser-Infrastrukturen fördern muss." Für einen effizienten Mitteleinsatz und maximale Zielerreichung mit einem Gigabitinvestitionsfond ist sicherzustellen, dass existierende gigabitfähige Netze nicht überbaut und private Investitionen nicht entwertet werden. 

    Die Einrichtung einer Digitalagentur kann die Umsetzung der geplanten Maßnahmen der Bundesregierung unterstützen. Dies aber nur, wenn dadurch Mehrfachzuständigkeiten abgebaut werden. Die ANGA begrüßt die Fortsetzung der Netzallianz „Digitales Deutschland“ unter Einbeziehung der Länder und wird sich darin weiterhin aktiv beteiligen.

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