Presse
02. FEB. 2011

TAL-Entgelte müssen auch zukünftig Anreize für Infrastrukturinvestitionen setzen

  • Erfolgreicher Infrastrukturwettbewerb in Deutschland darf nicht durch deutliche Absenkung der TAL-Entgelte gefährdet werden
  • Investitionsfreundliches Regulierungsumfeld bleibt Voraussetzung für weiteren Ausbau breitbandiger Netze

Köln/Berlin, 2. Februar 2011 – Die weitere Förderung des Infrastrukturwettbewerbs sollte nicht nur bei der anstehenden Novellierung des Telekommunikationsgesetzes, sondern auch bei der Entscheidung über den Preis der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) Richtschnur regulatorischen Handelns sein. Der von der Politik geforderte Ausbau breitbandiger Netze setzt voraus, dass sich Investitionen in eigene Infrastruktur – seien es HFC-Kabelnetze, neue Glasfaser- oder LTE-Mobilfunknetze – auch künftig lohnen.

Mit knapp 40 % der Neukunden im Breitbandmarkt leisten die Kabelnetzbetreiber einen wesentlichen Beitrag zum Breitbandausbau in Deutschland; dies ist eine Voraussetzung dafür, dass Deutschland im europäischen Vergleich zur Spitze aufschließen kann. Insgesamt können heute etwa 24 Mio. bzw. 60 % der deutschen Haushalte mit schnellem Internet über das Breitbandkabel versorgt werden. Auch 2011 werden die Unternehmen weiter in die Verbesserung der Netze investieren. Die Entscheidung über die Wirtschaftlichkeit dieser Investitionen hängt maßgeblich von den Nutzungspreisen der herkömmlichen DSL- bzw. Kupfernetzinfrastruktur ab. Dazu Thomas Braun, Präsident der ANGA: „Die Kabelnetzbetreiber der ANGA haben in den letzten Jahren jeweils mehr als 20 % ihrer Umsätze in den Ausbau und die Modernisierung ihrer Netze investiert. Auch in der Wirtschaftskrise hat die Kabelbranche ihr Wachstum fortgesetzt. Dazu beigetragen hat ein stabiles regulatorisches Umfeld, das Investitions- und Planungssicherheit für die Schaffung eigener Infrastrukturen sicherstellt. Dies muss auch zukünftig gewährleistet sein.“

Eine deutliche Absenkung der TAL-Entgelte würde das regulatorische Umfeld zum Nachteil der Kabelnetzbetreiber und der bereits heute in Glasfaser investierenden Betreiber verändern. Der Preis für die Basisvorleistung TAL ist von erheblicher Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit des weiteren Ausbaus alternativer Breitbandnetze, insbesondere durch Kabelnetzbetreiber. Dies gilt gerade auch in bislang noch nicht ausgebauten ländlichen Regionen. Die derzeit von einigen Marktbeteiligten geforderte abrupte strukturelle Änderung der Berechnungsmethodik der TAL-Entgelte zugunsten nur noch historischer Kosten statt wie bisher auf der Grundlage von Wiederbeschaffungswerten wäre mit der regulatorisch gewollten Planungs- und Investitionssicherheit nicht zu vereinbaren. Der dadurch weiter angeheizte Preiswettbewerb im ohnehin umkämpften Breitbandmarkt hätte negative Auswirkungen auf die Refinanzierbarkeit von neuen Netzen und damit letztlich auch auf den weiteren Ausbau breitbandiger Netze.



11-02-02_PM_ANGA_TAL-Entgelte_muessen_auch_zukuenftig_Anreize_fuer_Infrastrukturinvestitionen_setzen (pdf, 25 KB)

Mitglieder