Presse
30. OKT. 2009

Kabel will digitale Marktöffnung in Deutschland

  • Pressegespräch der ANGA auf den Medientagen München: Kabelnetzbetreiber wollen Programm- und Inhalteanbietern neue Wachstumschancen eröffnen und Kunden attraktive digitale Dienste anbieten
  • ANGA-Präsident Thomas Braun: "Digitalisierung ist deutlich mehr als analoger Wein in digitalen Schläuchen"
  • Wechselbarrieren für Zuschauer reduzieren – Kommunikation verbessern

Berlin/Bonn, 30. Oktober 2009 – Die deutschen Kabelnetzbetreiber wollen den Programmveranstaltern und Inhalteanbietern neue Wachstumschancen mit digitalem Fernsehen und Breitband-Internet eröffnen. Anlässlich eines Pressegesprächs zu den Medientagen München betonten die Branchenvertreter Thomas Braun (Präsident der ANGA), Adrian v. Hammerstein (CEO, Kabel Deutschland), Harald Rösch (CEO, KabelBW) und Dietmar Schickel (CCO, Tele Columbus) die Systemvorteile ihrer Infrastruktur, die gleichzeitig Breitband-Internet, Telefon sowie digitales und analoges Fernsehen zum Verbraucher transportiert. Die überragende Kapazität der Netze erlaubt superschnelles Breitband-Internet und Triple Play, neuartige "hybride" Fernsehangebote ebenso wie neue Free-TV- und Pay-TV-Geschäftsmodelle. ANGA-Präsident Thomas Braun: "Digitalisierung bedeutet nicht, dem Zuschauer analogen Wein aus digitalen Schläuchen einzuschenken – Digitalisierung heißt für uns, dem Fernsehen eine neue Erlebnis- und Servicequalität zu eröffnen und den Kunden einen echten Mehrwert zu bieten. Das Kabel hat die Reichweite, die Kapazität und die Kundenbasis, um zum Wachstums- und Innovationsmotor im Digital-TV zu werden. Wir rufen Politik und Marktpartner auf, die Besonderheiten des Kabels zu erkennen und gemeinsam kreativ zu nutzen."

Bereits jetzt, so betonte Braun, vollziehe sich der Umstieg von analoger zu digitaler Nutzung im Kabel mit hohen jährlichen Wachstumsraten von zuletzt 40 Prozent. Neue Generationen von Festplatten basierten Digital-Receivern, attraktiv gestaltete Bildschirmmenüs und eine ständig wachsende Zahl von Programmen und Diensten machen den Umstieg für immer mehr Kabelkunden attraktiv. Zugleich schätzen die Verbraucher und Wohnungswirtschaft den Vorteil des analogen Kabels, auch ohne Digital-Receiver – etwa im Schlaf- oder Kinderzimmer – Fernsehen und Radio aus der Kabeldose empfangen zu können. Das Kabel kann aufgrund seiner überragenden Bandbreite analoges und digitales Fernsehen parallel anbieten.

Braun kritisierte, dass ARD und ZDF dem Kabel die Einspeisung ihrer HD-Programme zu marktüblichen Konditionen verweigern, während sie bei der Satellitenübertragung die erheblich höheren Übertragungskosten zahlen. Die Öffentlich-Rechtlichen seien verpflichtet, die Infrastrukturen gleich zu behandeln und können nicht durch die Einführung neuer Technologien oder Angebote die bestehenden und bewährten Marktmodelle einseitig und auch zulasten der Kabelkunden ändern.

Harald Rösch (CEO KabelBW) betonte die Führungsrolle des Kabels beim Breitband-Ausbau in Deutschland: Bereits heute seien die Netze nicht nur hundertprozentig digitalisiert, sondern weitgehend für Breitband-Internet aufgerüstet; bis tief hinein in den ländlichen Raum. "Die Kabelnetzbetreiber lösen bereits heute im Alleingang und ohne Subventionen die erst für 2014 avisierten Breitband-Versprechen der ehemaligen Bundesregierung ein." Das Kabel überträfe DSL und VDSL nicht nur hinsichtlich des Ausbaus ländlicher Regionen, sondern auch in Preis und Leistung: Internet-Downloadgeschwindigkeiten im Kabel von bis zu 100 MBit/s und weit darüber hinaus fungieren so als Schrittmacher für technische und kreative Innovationen. Subventionen für den Breitband-Ausbau, wie sie vom DSL-Wettbewerb gefordert werden, machten nur in völlig unerschlossenen Gebieten, den "weißen Flecken" Sinn. Hier sei auch ein Einsatz neuer mobiler Technologien wie LTE plausibel. Das Kabel setze beim Netzausbau dagegen erfolgreich auf die Kooperation mit den Kommunen.

Dietmar Schickel (CCO Tele Columbus) hob die Rolle des Kabels als Innovationstreiber hervor: Hybride Endgeräte, wie sie ab Ende dieses Jahres in den Markt kommen, sind für den Empfang von Fernsehinhalten im klassischen Kabelstandard DVB-C sowie auch von IP-Signalen geeignet. Neben dem linearen Fernsehen im neuen, hochauflösenden HDTV-Format ermöglichen sie somit auch die Wiedergabe von TV-Content aus dem Internet, zeitversetztes Fernsehen, Filme auf Abruf und ganz neue, interaktive Serviceangebote. Die zukünftigen High-End Digital-Receiver seien mit leistungsfähigen Festplatten, innovativer Software und einem Twin Tuner für den parallelen Empfang von zwei Programmen zur gleichzeitigen Aufnahme und Wiedergabe ausgerüstet. Auf diese Weise schaffe das Kabel einen neuen Marktplatz für kreative Inhalte und eröffne neue Geschäftsmodelle: "Die Kabelinfrastruktur ist wie kein anderer Übertragungsweg für die Vollversorgung mit linearen und interaktiven Diensten geeignet. Auch für unsere wichtigen Partner in der Wohnungswirtschaft bietet das interaktive Breitbandkabel neue Möglichkeiten und Anwendungen zur Mieterbindung über innovative Komfortdienste."

Adrian v. Hammerstein (CEO Kabel Deutschland) betonte, dass sich das Kabel inzwischen als erfolgreichster Angreifer im Breitbandmarkt etabliert habe und zugleich seine Führungsrolle beim Fernsehempfang verteidigen werde: "Unser Anspruch ist, die führende Fernsehplattform zu sein." Bereits jetzt verzeichnet Kabel Deutschland in ihren Netzen mehr Abonnenten eigener Abo-TV-Programme als Sky-Abonnenten. Zukünftige Angebote werden das Fernsehen in drei Dimensionen stärken: Eine von Programmplänen ungebundene, "nichtlineare" Nutzung, höhere Qualität sowie ein intuitiver, begeisternder Bedienkomfort. Kabel Deutschland bekennt sich ausdrücklich zum CI+ Standard, durch den TV-Geräte über ein auswechselbares Steckmodul digitale Kabelprogramme entschlüsseln können.

Fazit der Kabelnetzbetreiber: Das Kabel stehe für die „digitale Öffnung“ des Marktes für Innovation und neue Geschäftsmodelle.



PM_ANGA_Kabel_will_digitale_Marktoeffnung_in_Deutschland (pdf, 188 KB)

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