Presse
12. NOV. 2012

Infrastruktur und Inhalte: Faire Verteilung der Wertschöpfung sicherstellen

  • Beim 2. ANGA Politikgespräch diskutieren Vertreter aus Wirtschaft und Politik urheberrechtliche Rahmenbedingungen und Einspeisevergütung
  • Überarbeitung des Europäischen Richtlinienentwurfs zum kollektiven Rechtemanagement notwendig
  • Angemessene Vergütung für den Transport von Inhalten für alle Netzbetreiber muss gewährleistet sein

Köln/Berlin, 12. November 2012 – Welchen Wert hat zukünftig die Infrastruktur in einem sich wandelnden Medienmarkt? Angesichts der Debatten um Einspeisevergütung, Must Carry, neue Geschäftsmodelle der Sender und die künftige Regulierung der Verwertungsgesellschaften stand diese Frage im Mittelpunkt des 2. ANGA Politikgesprächs. In einer engagiert geführten Diskussion sprachen sich Vertreter von Bundespolitik, Länderebene, Medienanstalten und Netzbetreibern dafür aus, dass nicht zuletzt auf Grund der Must Carry-Verpflichtungen im Kabel auch künftig ein angemessenes Entgelt für den Transport von Inhalten zu zahlen sei – und zwar an große wie kleine Netzbetreiber. Aus Sicht der öffentlich-rechtlichen und privaten Programmveranstalter ist dagegen ein Paradigmenwechsel erforderlich, der den Wert der Inhalte stärker berücksichtigt. Dazu gehöre auch, dass die Refinanzierung der Netze über Endkundenentgelte erfolgt. Abseits der umstrittenen Einspeiseentgelte bestand Einigkeit darüber, dass zukünftig neue Geschäftsmodelle für die digitale Welt entwickelt werden müssen. Die damit verbundenen Herausforderungen können die Marktteilnehmer nur gemeinsam lösen. Diese Geschäftsmodelle müssen die Marktentwicklungen berücksichtigen und gleichzeitig eine faire Verteilung der Wertschöpfung ermöglichen.

Ebenso wichtig ist es, bei der künftigen Regulierung der Verwertungsgesellschaften die Interessen aller Akteure im Auge zu haben und auf der europäischen Ebene keine Regelungen vorzugeben, die in der Praxis in den Mitgliedstaaten zusätzliche Probleme schaffen. Das Panel zum Urheberrecht kam zum Ergebnis, dass die Vorschläge der EU-Kommission zum kollektiven Rechtemanagement einer weiteren Überarbeitung bedürfen. Dabei bestand weitgehende Einigkeit, dass es ergänzender Regelungen bedarf, um auch künftig einen reibungslosen Rechteerwerb zu gewährleisten. Seitens der Kabelnetzbetreiber wurde auf die Gefahr einer Zersplitterung der Rechteportfolios und hohe Transaktionskosten hingewiesen. Dem müsse auch durch eine Überarbeitung der deutschen Verfahrensvorschriften im Urheberrechtswahrnehmungsgesetz begegnet werden.

Thomas Braun, Präsident des Verbandes Deutscher Kabelnetzbetreiber (ANGA) fasst zusammen: „Märkte und Wettbewerbsbedingungen ändern sich. Kabelnetzbetreiber investieren massiv in den Ausbau ihrer Netze und neue Angebote, wovon nicht zuletzt die Inhalteanbieter profitieren. Das muss auch bei der Weiterentwicklung des Rechtsrahmens berücksichtigt werden.“



12-11-12_PM ANGA_Infrastruktur und Inhalte - Faire Verteilung der Wertschöpfung sicherstellen (pdf, 26 KB)

Mitglieder