Presse
09. SEPT. 2009

Digitaler Kabelempfang setzt Siegeszug fort - ANGA widerspricht HDTV-Kritik von ARD und ZDF

  • Digitalkabel wächst schneller als Satellit und DVB-T: +40 % in 2008
  • Verband der Kabelnetzbetreiber weist Position von ARD und ZDF bezüglich HDTV-Einspeisung zurück
  • Thomas Braun: „ARD und ZDF wollen die Kabelkunden für die HD-Verbreitung bezahlen lassen“

Berlin/Bonn, 7. September 2009 – Immer mehr Haushalte in Deutschland schalten auf digitalen Kabelfernsehempfang um: Nach eigenen Erhebungen verzeichneten die deutschen Kabelnetzbetreiber im Jahr 2008 ein Plus von durchschnittlich mehr als 40 % bei der digitalen Nutzung. Damit wächst das digitale Kabel deutlich schneller als der digitale Satellitenempfang. Neben inzwischen  mehr als 300 digitalen TV-Programmen, die bundesweit im Kabel verfügbar sind, können viele Kabelkunden den digitalen Kabelempfang zudem preisgünstig mit einem super­schnellen Internet- und Telefon­anschluss kombinieren („Triple Play“).

Angesichts der Erfolgszahlen weist der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber e.V. (ANGA) die Kritik der Intendanten von ARD und ZDF an der Digital- und HDTV-Strategie der Kabelnetzbetreiber scharf zurück. In Wahrheit warten die Kabelnetzbetreiber schon seit vielen Jahren darauf, dass die öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender ihre Programme auch in HD-Qualität ausstrahlen.

Verbandspräsident Thomas Braun: „Wir wollen die künftigen HD-Programme bald­möglichst in unsere Netze einspeisen. Es versteht sich aber von selbst, dass dies zu den allgemein üblichen Konditionen erfolgen muss. Es kann nicht sein, dass ARD und ZDF für die HDTV-Verbreitung über Satellit viele Millionen an Astra bezahlen, sich im Kabel jedoch in keiner Weise an den Mehrkosten beteiligen wollen. Dies widerspräche dem Grundversorgungsauftrag von ARD und ZDF – auch dem Kabelkunden darf der Zugang zu den HD-Programmen zu marktüblichen Konditionen nicht vorenthalten werden.“

Die HD-Verbreitung nimmt in etwa die vierfache Bandbreite eines Digitalprogramms in Standardauflösung (SD) in Anspruch. Thomas Braun: „ARD und ZDF lassen für die Satellitenverbreitung hemmungslos Gebührengelder sprudeln, erwarten aber, dass die Kabelnetzbetreiber die Mehrkosten auf die Kabelkunden abwälzen.“

Braun weiter: „Diese Diskriminierung der Kabelzuschauer ist nicht hinnehmbar und verletzt den öffentlich-rechtlichen Auftrag. Verbraucher mit Kabelanschluss sind nicht die Melkkuh für öffentlich-rechtliche Querfinanzierungsmodelle. Über keine Infrastruktur lassen sich TV-Programme – einschließlich HDTV – reichweitenstärker, zuverlässiger und preiswerter verbreiten als über das Kabel. Im Gegensatz zur Satellitenverbreitung und zur Ausstrahlung über DVB-T zahlen die TV-Sender beim Kabel nur einen Teil der Ver­breitungskosten. Diese partnerschaftliche Kostenteilung zwischen Kabelnetzbetreibern und Sendern hat sich über Jahrzehnte bewährt und kann nicht bei HDTV einseitig und ohne Not aufgekündigt werden.“



PM_ANGA_Digitaler_Kabelempfang_setzt_Siegeszug_fort_01 (pdf, 182 KB)

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