Presse
02. SEPT. 2008

Breitbandkabel überholt DVB-T bei der Anzahl der Digitalhaushalte

  • 4,1 Millionen Kunden nutzen digitales Fernsehen über das TV-Kabel
  • Das Breitbandkabel ist mit 19,6 Millionen Haushalten die mit Abstand wichtigste Infrastruktur zur Verbreitung von Rundfunk
  • Mit einem Marktanteil an der Digitalisierung von 23,6 Prozent versorgt das Fernsehkabel mehr Haushalte als DVB-T
  • Erfolg der Digitalisierung des Kabels hängt von der Akzeptanz der Kunden ab
  • Programmveranstalter werden aufgefordert, die weitere Digitalisierung im Kabel durch Bereitstellung von attraktiven Inhalten zu unterstützen

Bonn/Berlin, 2. September 2008 – Mehr Haushalte als je zuvor nutzen heute digitales Fernsehen sowie neue digitale Angebote über das TV-Kabel. Das ist ein Ergebnis der Erhebung für den Digitalisierungsbericht 2008 der Gemeinsamen Stelle Digitaler Zugang (GSDZ), der heute auf der IFA in Berlin vorgestellt wurde. Danach hat sich die Zahl der Haushalte, die die digitalen Angebote der Kabelnetzbetreiber in Deutschland nutzen, gegenüber dem Vorjahr um 900.000 auf 4,1 Millionen gesteigert. Dies stellt ein Wachstum von 28 Prozent dar und ist Beleg für die in allen Bereichen dynamische Entwicklung der Kabelbranche. So ist das Kabel vor DSL auch klarer Marktführer bei Triple-Play-Angeboten.

Mit 19,6 Millionen Haushalten, die über einen Kabelanschluss verfügen, werden mehr als die Hälfte aller TV-Haushalte (52,5 Prozent) in Deutschland über das Fernsehkabel versorgt. Damit führt Kabel deutlich vor dem Satelliten, der mit einem Marktanteil von 42 Prozent derzeit 15,7 Millionen Haushalte bedient. „Der seit Jahren über 50 Prozent liegende Marktanteil des Fernsehkabels an der Rundfunkversorgung in Deutschland belegt die hohe Qualität unserer Produkte und das gute Preis-Leistungsverhältnis. Im Wettbewerb zu Satellit und DVB-T überzeugt der Kabelanschluss durch absolute Zuverlässigkeit, hohe Bild- und Tonqualität und die relevanten Programmangebote“, erläutert Thomas Braun, Präsident der ANGA, die Gründe für den hohen Marktanteil des Breitbandkabels.

Das Breitbandkabel leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung der Rundfunkübertragungswege in Deutschland. Die Kabelnetze sind bereits zu 100 Prozent digitalisiert und verbreiten eine Vielzahl digitaler Sender inklusive HDTV-Programme. Während trotz Zwangsdigitalisierung des terrestrischen Fernsehens (Antenne) lediglich 3,9 Millionen Haushalte DVB-T auf dem Fernseher nutzen, hat das Fernsehkabel diesen Ver­breitungsweg bei der Digitalisierung überholt und seinen Marktanteil bei der Digitali­sie­rung auf 23,6 Prozent ausgebaut. Erreicht wurde dies durch die Vermarktungs­aktivitäten der Kabelnetzbetreiber, die mit ihren attraktiven digitalen Angeboten einen immer größer werdenden Anteil der Kabelkunden vom Umstieg auf Digital überzeugen konnten. So nutzen jetzt 21 Prozent aller Kabelhaushalte den digitalen Kabelanschluss.

Um die Digitalisierung im Kabel noch weiter voranzutreiben, muss der inhaltliche Mehrwert gegenüber dem analogen Kabel wesentlich verbessert werden. Aus Sicht der Kabel­branche fehlt es beispielsweise an attraktiven HDTV-Angeboten, die der Digitalisie­rung im Kabel einen deutlichen Schub geben könnten. „Die derzeit verfügbaren HD-Angebote reichen nicht aus, um interessierte Kunden zum Umstieg auf Digital zu bewegen“, beklagt Braun die fehlende Verfügbarkeit von attraktiven HD-Kanälen im Kabel: „Besonders ARD und ZDF sind in der Pflicht, hier schneller als angekündigt Abhilfe zu schaffen. Der von ARD und ZDF geforderte ‚Runde Tisch’ zur Beschleunigung der Digitalisierung wird dazu keinen Beitrag leisten, wenn ARD und ZDF sich weiterhin weigern, die von den Kabelnetz­betreibern vorangetriebene Digitalisierung zu unterstützen.“



PM_ANGA_Breitbandkabel_ueberholt_DVB-T_bei_der_Anzahl_der_Digitalhaushalte (pdf, 184 KB)

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