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16. FEB. 2021

Gigabit-Ausbau mittels Trenching

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Die Gigabit-Ziele der Bundesregierung lassen sich nur erreichen, wenn in allen Bereichen möglichst effizient neue Netze ausgebaut werden. Die große Bedeutung des Inhaus-Ausbaus in diesem Zusammenhang wurde zuletzt in einer von der ANGA moderierten Diskussion auf dem diesjährigen Gigabit-Symposium deutlich. Wichtig für den Gigabit-Ausbau sind neben dem Ausbau in den Gebäuden jedoch auch die Zu- und Ableitungen zu den Gebäuden. Glasfaserverbindungen müssen schnell, unbürokratisch und kostengünstig zu den Häusern gebracht werden. Der Tiefbau für die Verlegung der Glasfasern in der Straße darf nicht zum limitierenden Faktor werden. 

Die Politik will mit der laufenden Novelle zur Modernisierung des Telekommunikationsgesetzes (s. hierzu ANGA-Blogbeitrag) den Ausbau zu den Häusern beschleunigen. Neben Erleichterungen bei der Einholung wegerechtlicher Genehmigungen soll in Zukunft vor allem die Nutzung moderner Verlegeverfahren schneller, sicherer und kostengünstiger werden. Der Regierungsentwurf des TK-Modernisierungsgesetzes nennt hier beispielhaft das Trenching-Verfahren.

Beim Trenching wird mittels eines minimalinvasiven Verfahrens ein schmaler Schlitz in die Oberfläche einer Straße, eines Asphaltgeh- oder -radwegs oder in nicht befestigte Flächen gefräst oder gesägt. In den so erstellten Schlitz werden erdverlegbare Mikrorohre eingelegt und entsprechend den Vorgaben eingesandet. Danach wird der Schlitz mit der erforderlichen Füllmasse verschlossen. Trenching verspricht kurze Bauzeiten, weniger Belästigung der Anwohner und deutlich niedrigere Baukosten gegenüber der Verlegung in der offenen Grabenbauweise. Weitere Informationen zu den Vorteilen des Trenching enthält die Broschüre des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) „Verlegetechniken für den Breitbandausbau“.

In der Praxis stoßen die neuen Techniken trotz aller Vorteile oft noch auf Widerstand. Technische Regelwerke und Normen sehen Trenching-Verfahren bisher nicht als Standard vor. Um das zu ändern, entwickelt eine Arbeitsgruppe im Deutschen Institut für Normung (DIN) mit Unterstützung des BMVI eine Norm für alternative Bauverfahren. In dieses Verfahren bringt sich die ANGA gemeinsam mit Mitgliedsunternehmen aktiv ein. Ziel ist es, die technischen Regeln für alternative Bauverfahren zu definieren und so die Genehmigungsverfahren zu vereinfachen.

Foto: Unsplashed /  Matthew Hamiliton



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