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22. JAN. 2018

Digital ist besser: Die analoge Ära im Kabel läuft aus

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Nach dem ANGA-Symposium "Volldigitalisierung"

  • Die Folien zum Vortrag finden Sie hier.
  • Alle Fotos zum Symposium inkl. Get-Together finden sie hier.
  • Das Video mit Statements der Panel-Teilnehmer finden Sie hier.
  • Den Artikel in der Süddeutschen Zeitung finden Sie hier.


Bericht zum Symposium „Volldigitalisierung“

Mehr HD-Programme, Ultra-HD, schnelleres Internet: Durch die Beendigung der analogen Kabelverbreitung schaffen immer mehr Netzbetreiber Bandbreite in den Netzen, die für zeitgemäße digitale Dienste benötigt wird. Damit dieses Vorhaben funktioniert, bedarf es einer engen Abstimmung der beteiligten Akteure: Netzbetreiber, Sender, Medienanstalten, Verbände, Projektbüro, Hersteller, Handel und Handwerk. So lautete das Fazit des ANGA-Symposiums "Volldigitalisierung" in Berlin, das in Kooperation mit der Deutschen TV-Plattform veranstaltet wurde.

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Nur einer von zehn Kabelkunden schaue noch analoges Kabel-TV, sagte Sebastian Artymiak, Leiter Public Affairs ANGA. Für die wenigen Kunden müsse aber vergleichsweise viel analoge Kapazität vorgehalten werden. „Vor allem durch die steigende Videonutzung im Internet und neue Angebote wie UHD steigt der Bedarf an Bandbreite in den Kabelnetzen immens. Um dem gerecht zu werden, müssen wir die analoge Verbreitung beenden.“

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„Statt ein analoges Programm können ein bis zwei UHD-Programme übertragen werden,“ veranschaulichte Bernd Thielk, Geschäftsführer, willy.tel GmbH, die Problematik. Auch für Isabel Aigner, Programmleiterin „Umschalten auf Zukunft“, Vodafone, ist der Gewinn an digitaler Bandbreite Voraussetzung für mehr und bessere Dienste. „In der Pilotregion Landshut und Dingolfing haben wir jetzt schon auf Zukunft umgeschaltet. Hier wurde unser Kabelglasfasernetz erfolgreich voll digitalisiert. Hierdurch wurden enorme Kapazitäten frei. Das ermöglicht zukünftig Internetanschlüsse mit Gigabit-Geschwindigkeit und vielfältigere HD-Angebote.“

Unitymedia ebnet nach der erfolgreichen Umstellung im letzten Jahr ebenfalls den Weg in die Gigabit-Gesellschaft. „Wir machen die Ruhrmetropole Bochum noch in diesem Quartal zur ersten Gigabit-City Deutschlands und rüsten danach weitere Städte mit Giga-Technik auf,“ sagte Dr. Wolf Osthaus, Senior Vice President Regulatory & Public Policy, Mitglied der Geschäftsleitung von Unitymedia.

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Dieser Weg wird in den vielen noch umzustellenden Regionen wohl allerdings kein leichter sein. Entscheidend sei die schnelle Kommunikation mit betroffenen Kunden und eine enge Abstimmung aller Beteiligten, so Osthaus. Auch für Andre Prahl, Vorstandsvorsitzender der Deutschen TV-Plattform, ist das ein wesentlicher Schlüsselfaktor. „Zeitpläne und technische Details sollten frühzeitig ausgetauscht und koordiniert werden, damit die Beteiligten und Multiplikatoren effektiv eingebunden werden können.“ Das gelte nicht nur für die großen Player, sondern insbesondere auch für Handwerksbetriebe und kleinere Elektrofachgeschäfte vor Ort. „Damit die Regale in den heißen Phasen der Umstellung gut gefüllt sind, benötigen Geräte-Industrie und Handel genügend Vorlauf für die Planung der Produktion und die Ausstattung der POS-Flächen,“ sagte Carine Chardon, Geschäftsführerin der Deutschen TV-Plattform. Der Verein unterstütze diesen Prozess als Drehkreuz für den Informationsaustausch in der Branche komplementär zum Projektbüro der Initiative „Digitales Kabel“.

„Unser Ziel ist, über die Volldigitalisierung und die damit verbundenen Vorzüge zu informieren sowie die Aktivitäten derjenigen Netzbetreiber zu begleiten, die die analoge Übertragung in ihren Netzen beenden,“ skizzierte Dr. Andrea Huber, Geschäftsführerin ANGA, den Auftrag des Projektbüros. Dies umfasse Informationen für die Öffentlichkeit, die Bereitstellung von Informationen über Abschalttermine auf regionaler Basis für Netzbetreiber sowie die Erstellung von generellen Informationsmaterialien, die z.B. zur Kommunikation mit Endkunden oder der Wohnungswirtschaft genutzt werden können. Dr. Claus Wedemeier, Referatsleiter Demografie, Digitalisierung des GdW, wünscht dabei sich einen mieterfreundlichen Analog-Digital-Übergang ohne Zusatzkosten und ohne Programmeinschränkungen. Die Wohnungswirtschaft wolle dabei das Projektbüro "Digitales Kabel" inhaltlich unterstützen.

Fotos: Beatrice Staib (siehe Album)


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