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23. MÄRZ 2021

Ausbau von Gigabit-Inhouse-Netzen beschleunigen

Handreichung Inhouse Seite 1

Blogbeitrag von Dr. Mirko Paschke, Leiter AG Digitale Netze, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Schnelles Internet ist heute ebenso wesentliche Voraussetzung für Wohnqualität wie Energie, Wärme, Wasser und Abwasser. Dafür sind sowohl eine gute Netzanbindung der Gebäude notwendig als auch moderne, hochgeschwindigkeitsfähige Verteilnetze in den Gebäuden.

Während die Telekommunikationsanbieter ihre Netze seit Jahren immer weiter aufrüsten und die Bundesregierung flächendeckende Gigabitnetze bis 2025 zum Ziel erklärt hat, fehlt es bislang noch an verbindlichen, praxisnahen Vorgaben zur Planung und Bauausführung für eine gebäudeinterne Netzinfrastruktur, die den künftigen Bandbreiten nachhaltig gewachsen ist. Die hochaufgerüsteten Netze der Telekommunikationsanbieter treffen teilweise sowohl in Bestandsbauten als auch in Neubauten auf unzureichende Verteilnetze. Angebotene Telekommunikationsdienstleistungen können dann nicht oder nicht in vollem Umfang genutzt werden. Nachrüstungen sind aufwändig, lästig und teuer. Es ist daher wichtig, bereits beim Bau auf nachhaltige gebäudeinterne Netzinfrastrukturen zu achten. Um hierfür geeignete Rahmenbedingungen zu setzen, hat die Bundesregierung bereits 2016 mit dem DigiNetz-Gesetz hochgeschwindigkeitsfähige Netzinfrastrukturen beim Neubau von Mehrfamilienhäusern vorgeschrieben.

Welche der zahlreichen Ausstattungsvarianten gebäudeinterner Netze zeitgemäß und nachhaltig sind, hat der Gesetzgeber nicht festgelegt. Das ermöglicht Innovation in den Netzen, erschwert jedoch gleichzeitig die Auswahl der richtigen Technologie bezogen auf die örtliche Lage des Projektes. Bauherren müssen sowohl die örtlich vorhandenen Netzangebote bei der Ausbauentscheidung berücksichtigen als auch rechts- und ordnungspolitische Vorgaben und die absehbare technische Entwicklung. Oft werden bei großen Neubauten auch Mikrorohre oder gleich Glasfasern im Rahmen der Erschließung z.B. durch Gasversorger mitverlegt. 

Seit 2016 befasst sich die branchenübergreifende Arbeitsgruppe Digitale Netze beim BMVI mit der Umsetzung des DigiNetz-Gesetzes und dem Lückenschluss zwischen Theorie und Praxis. In der Unterarbeitsgruppe Inhouse haben Experten der Telekommunikations-, Wohnungs- und Baubranche, Vertreter des Bundes, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zwei Jahre lang um eine ausgewogene und wettbewerbsneutrale Handreichung gerungen. Herausgekommen ist die Broschüre Bausteine für Netzinfrastrukturen von Gebäuden, deren Ziel es ist, Wohnungseigentümern und Wohnungswirtschaft, Architekten und Bauausführenden, Genehmigungsbehörden und Ausrüstern das Handwerkszeug für eine ausgewogene Ausbauentscheidung an die Hand zu geben.

Die Broschüre begnügt sich vorerst mit einer Darstellung der bautechnischen Möglichkeiten im vorgezeichneten Rechtsrahmen. Fragen des offenen Netzzugangs, der Mitnutzung durch Drittanbieter, Mitnutzungsentgelte oder Vertragsgestaltungen sind nicht Thema dieser Handreichung. Es ist allerdings beabsichtigt, die Broschüre fortlaufend zu aktualisieren und zu erweitern. Die jeweils aktuelle Fassung ist auf den Webseiten des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur und des Gigabitbüros des Bundes veröffentlicht.

Link zum Dokument: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/DG/ag-digitale-netze-bausteine-netzinfrastrukturen-gebaeude.pdf?__blob=publicationFile