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18. JUNI 2018

Smart Home: Erkenntnisse aus der aktuellen Diskussion

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Am 13. Juni fand auf der ANGA COM ein Panel zu „Smart Home“ statt, bei dem zwei Punkte in der Diskussion sehr deutlich wurden:

1) B2B: Die Wohnungswirtschaft steht vor enormen Einsparungen und Effizienzsteigerungen

Die Wohnungswirtschaft steht vor der großen Chance, intelligente Mehrwertdienste als Zusatzleistungen für Mieter aufzubauen und so die Verwaltungs- und Instandhaltungskosten zu senken. Die Ziele sind dabei klar: Kosteneinsparungen, Prozessoptimierungen und die Steigerung der Mieterzufriedenheit. Beispiele für mögliche Einsatzfelder sind Rauchmelder, Energieverbrauchsmessung, -visualisierung und -abrechnung, Heizungssteuerung, Überwachung und Steuerung des Raumklimas (Schimmelvermeidung) und AAL-Technologien (Ambient Assisted Living - Assistenzlösungen für ein selbstbestimmtes Leben).

Gerade das Beispiel Rauchmelder macht deutlich, dass sich erhebliche Kosten einsparen lassen, wenn die jährliche Vor-Ort-Prüfung durch eine Fernüberwachung ersetzt würde. Die Vorteile intelligenter Lösungen in diesem Bereich liegen auf der Hand.

In Deutschland werden 8,3 Mio. Wohnungen professionell verwaltet. Wohnungs- und Immobilienunternehmen stehen dem Thema „Smart Home“ inzwischen offen gegenüber. Eine aktuelle GdW-Studie gibt an, dass drei Viertel der Immobilienunternehmen bereit wären, bis zu 20 Euro pro Quadratmeter für eine Smart Home- oder AAL-Lösung zu investieren.

Fazit: Smart Home bietet mit Blick auf die Wohnungswirtschaft zeitnah einen enormen Markt.

2) B2C: Trotz zahlreicher Einzellösungen kommen Nachrüst-Lösungen im Massenmarkt nicht an

Für viele Anwendungsbereiche sind inzwischen zahlreiche intelligente Nachrüstlösungen verfügbar. Gut 40 Prozent der Nutzer steuern Außen- und Innenbeleuchtung. Das macht das Licht zum Spitzenreiter, gefolgt von der Heizungssteuerung – so eine aktuelle ZVEI-Studie, laut der 19 Prozent der deutschen Bevölkerung Smart Home-Lösungen bereits nutzt.

Die Liste der weiteren Anwendungsmöglichkeiten ist lang: Alarmanlage, Smart-TV, Musikanlage/Lautsprecher/Webradio, Rollläden/Markisen, Stromzähler, Schließanlage (Wohnungstüren), Video-Überwachung, Gartengeräte, Haushaltsgeräte (Staubsauger, Kühlschrank, Herd), Wasserhähne. Potenzielle Anwendungsbereiche liegen sowohl im Bereich Sicherheit als auch in der Verbrauchssteuerung bzw. -überwachung. Lösungen für das intelligente Heizen haben besonderes Potenzial, , da die Heizkosten 70 Prozent des gesamten Energiebudgets eines Durchschnittshaushalts ausmachen.

Der Nachteil dieser Anwendungsszenarien ist, dass es sich dabei nach heutigem Stand um Einzellösungen handelt. Daher muss für jede Anwendung ein weiterer Hub installiert werden. Das steigert die Kosten und führt dazu, dass in der Summe die Steuerung letztlich zu kompliziert wird.

Fazit: Der Tipping Point von Smart Home im Privatkundensegment ist noch in weiter Ferne.

Beim ANGA COM-Panel am 13. Juni diskutierten unter der Moderation von Sebastian Artymiak (ANGA) mit:
  • Martin Czermin, Senior Vice President B2B und Wohnungswirtschaft, Unitymedia
  • Olav Fritz, Manager Sales Provider, AVM
  • Matthias Greve, CEO & Founder, ABOX42 GmbH
  • Georg Hermann, Vice President New Business Development, devolo AG
  • Guido Schwarzfeld, Leiter Produktmanagement und Vermarktungssteuerung, CC Wohnungswirtschaft, Telekom Deutschland GmbH

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