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13. SEPT. 2018

Gigabit-Symposium 2018

Hier der Bericht, Fotos, Videos und Dokumente.

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  • Alle Fotos vom Symposium finden Sie hier.

Am 12. September 2018 haben Verbandsvertreter sowie Akteure aus Politik und Wirtschaft über die Gestaltung der Gigabit-Gesellschaft in Deutschland diskutiert. Die ANGA hat zusammen mit BUGLAS, eco, FTTH Council Europe und VATM zum „Gigabit-Symposium 2018“ eingeladen. Rund 200 Gäste waren gekommen.

Die moderierten Diskussionsrunden teilten sich in drei Panels. Zunächst ging es unter dem Titel „Gehen uns die Bagger aus?“ um fehlende Tiefbaukapazitäten, die den Ausbau des Gigabitnetzes bremsen könnten. Die Problematik ist folgende: Die Baugenehmigungsverfahren seien komplex, es fehle an Planern und Bauleitern. Kurzfristig sollten hier Übergangslösungen gefunden werden, langfristig führe kein Weg an Qualifizierungsmaßnahmen vorbei. Dabei gibt es Lösungen: Die Optimierung von Genehmigungsverfahren, beispielsweise durch Nutzung digitaler Lösungen, und der Einsatz alternativer Verlegemethoden. Man müsse „mehr Mut haben, Dinge auszuprobieren.“, Tim Brauckmüller (Geschäftsführer des Breitbandbüros des Bundes).

Das zweite Panel, „Welches Geld geht wohin?“, beleuchtete wirtschaftliche Aspekte des Breitbandausbaus und die Förderkulissen. Die Ausrichtung des novellierten Bundesförderprogramms Breitband auf den Anschluss von Schulen, Krankenhäusern und Gewerbegebieten erläuterte hier Dr. Tobias Miethaner (Leiter der Abteilung Digitale Gesellschaft im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur).

Thema des dritten Panels war „Gigabitnetze als Motor für die digitale Transformation?“. Hier stand die Errichtung leistungsfähiger Rechenzentren aber auch die Umsetzung digitaler Verwaltung im Mittelpunkt der Diskussion. Beispielhaft wurde die Entwicklung Wiens zu einer Smart City genannt. Die österreichische Hauptstadt zeigt, wie durch die intelligente Verknüpfung von Bereichen wie Energie, Mobiliät, Medizin oder Verwaltung die Lebensqualität erhöht und Ressourcen geschont werden können.

Den Pressebericht "Glasfaserausbau: Wir kommen langsam ins Laufen" von heise online finden Sie hier.

Am Rande des Gigabit-Symposiums beantwortete Ulrich Lange (MdB, stellv. Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion) die Frage: „Welche Schritte werden unternommen, um den Ausbau der digitalen Infrastruktur voranzubringen?“ Hier das kurze Video:

Video_Lange

Auch Dr. Tobias Miethaner (BMWI-Abteilungsleiter Digitale Gesellschaft) ging auf die Frage ein „Wie stellen Sie bei einer Gigabit-Förderung sicher, dass private Ausbauvorhaben nicht gehemmt und getätigte Investitionen nicht entwertet werden?“. Hier das kurze Video:

Video_Miethaner

Hier die 10 Kernforderungen: 

1. Deutschland braucht leistungsfähige digitale Infrastrukturen. Neben bundesweiten gigabitfähigen Anschlüssen und modernstem Mobilfunk zählen hierzu auch zuverlässige und performante Internet-Austauschknoten sowie sichere und hochverfügbare Rechenzentren.

2. Hochleistungsfähige Netze sind die Grundvoraussetzung für die erfolgreiche digitale Transformation in Deutschland. Davon hängen die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft sowie letztlich auch Steuereinnahmen und Beschäftigung ab.

3. Gigabit-Netze müssen heute gebaut werden, um die künftige Nachfrage zu befriedigen, die sich u. a. aus dem Rollout von 5G im Mobilfunk, den Entwicklungen bei Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge ergeben. Die erforderlichen Netze sind nicht nur im Download stark, sondern erreichen auch beim Upload und der Reaktionsgeschwindigkeit (Latenz) hohe Leistungen. Die Nachfrage nach entsprechenden Netzen steigt jetzt schon und wird durch die Verfügbarkeit schneller Anschlüsse und der darauf basierenden Anwendungen weiter anwachsen.

4. Die Politik erkennt diesen Bedarf und setzt im Koalitionsvertrag neue Qualitätsmaßstäbe und unvermindert auf Wettbewerb. Nun gilt es, lösungsorientiert an der Umsetzung dieser Ziele zu arbeiten. Der eigenwirtschaftliche Infrastrukturausbau spielt dabei eine zentrale Rolle.

5. Um den eigenwirtschaftlichen Ausbau zu unterstützen, muss die Politik die Rahmenbedingungen für Telekommunikationsunternehmen, Investoren und Dienstleister im internationalen Vergleich erheblich verbessern, wenn Deutschland eine Spitzenposition bei der Digitalisierung einnehmen soll. Hier gibt es ein deutliches Optimierungspotenzial: Effizientere und koordinierte Genehmigungsverfahren sind ebenso relevant wie alternative Verlegetechniken, die bisher noch zu wenig zum Einsatz kommen.

6. Begrenzte Planungs- und Tiefbaukapazitäten verlangsamen den Ausbau. Anstrengungen im Bereich der Aus- und Fortbildung im privaten wie im öffentlichen Sektor sind ebenso gefragt, wie größere Flexibilität beim Einsatz von Fachkräften aus dem Ausland.

7. Die Aufrüstung der glasfaserbasierten HFC-Netze der Kabelnetzbetreiber sowie der Ausbau von Glasfaser bis ins Haus werden in den nächsten Jahren über 70 Prozent der deutschen Haushalte Gigabit-Anschlüsse zur Verfügung stellen. Nach wie vor besteht daher eine zentrale Herausforderung in der flächendeckenden Versorgung in Gebieten, die wirtschaftlich nicht erschließbar sind. Dort müssen mit Hilfe von Fördergeldern weitgehend kupferbasierte FTTC-Netze auf echte Glasfaseranschlüsse FTTB/H migriert werden. Es ist zu begrüßen, dass die Politik nunmehr den FTTB/H-Ausbau als Förderziel definiert und ihr Förderprogramm entsprechend anpasst.

8. Neben den eingeleiteten Schritten zur Anpassung bestehender Förderprogramme müssen die Weichen für den Ausbau in sog. grauen Flecken gestellt werden, damit nach dem Schließen der weißen Flecken der Gigabit-Ausbau nahtlos fortgesetzt werden kann. In den sog. grauen Flecken wird die Umstellung sehr großer Gebiete von Vectoring-Technologie auf Gigabit-leistungsfähige Anschlüsse erforderlich. Dafür ist eine enge Abstimmung mit der EU-Kommission schnell herbeizuführen.

9. Im Sinne des Infrastrukturwettbewerbs und zur Erhöhung der Versorgungssicherheit ist der Aufbau mehrerer Infrastrukturen grundsätzlich zu begrüßen. Der geförderte Ausbau von Glasfaserinfrastrukturen sollte jedoch nicht durch den Ausbau einer nicht-gigabitfähigen Technologie gefährdet werden. Der Bund steht hier in der Verantwortung.

10. Wir werden die neue Bundesregierung durch die Umsetzung der neuen Gigabit-Versorgungsziele maßgeblich unterstützen, fordern aber eine erheblich stärkere und zielorientiertere Zusammenarbeit mit der Wirtschaft in den für einen beschleunigten Ausbau relevanten Fragen ein.

Die Pressemitteilung und die Botschaften mit 16 weiteren Verbänden finden Sie unten im Download.



180912_ADLittle_Standortfaktor_Infrastruktur (pdf, 788 KB) 180912_Botschaften_mit_16_Verbänden (pdf, 2 MB) 180912_Gigabit-Symposium 2018 - Gemeinsames_Thesenpapier (pdf, 466 KB) 180912_PM_Gigabitsymposium-Verbände (pdf, 198 KB) Einladung-GigabitSymposium2018 (pdf, 193 KB)

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