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06. NOV. 2018

Smart Home: Effizientere Wohnungswirtschaft durch Digitalisierung

Sebastian Artymiak (Leiter Public Affairs)

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Die Frage nach dem Potenzial digitaler Anwendungen wird bei der Wohnungswirtschaft aktuell intensiv diskutiert. Die Hoffnung geht dahin, dass sich durch optimierte Arbeitsabläufe, digitale Wohnungsübergaben oder Dienstleistungen wie Smart Metering die Effizienz steigern sowie Mieterzufriedenheit und Wohnwert verbessern lassen.

Große Erwartungen verbinden sich auch mit Smart Home-Anwendungen wie beispielsweise Online-Assistenzsystemen für das Wohnen im Alter und Lösungen für mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden. Derartige Angebote ebenso wie die Veränderung der Lebens- und Arbeitswelten der Mieter insgesamt erfordern eine immer leistungsfähigere Breitbandanbindung der Gebäude und Wohnungen. Daraus ergibt sich für die Wohnungswirtschaft ein Anreiz für entsprechende Investitionen.

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Gleichzeitig gibt es jedoch auch Hürden bei der Einführung digitaler Anwendungen. Das zeigt eine Umfrage des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus unter 600 Top-Entscheidern der Wohnungswirtschaft. Diese nennen vor allem die erhöhten Anforderungen an den Datenschutz und den erforderlichen Weiterbildungsbedarf der Mitarbeiter. Im Trend liegt laut der Umfrage dagegen die digitale Wohnungsübergabe: Fast jedes zweite Unternehmen plant, ein solches Verfahren einzuführen. Das Potenzial des papierlosen Büros und der automatisierten Betriebskostenabrechnung gelten ebenfalls als hoch, die Einführung solcher Systeme seien jedoch mit hohen Anforderungen an die Datensicherheit verbunden.

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Die größten Chancen des Digitalisierungsprozesses liegen für die Unternehmen der Wohnungswirtschaft darin, die Effizienz ihrer Kernprozesse und ihre Servicequalität zu steigern. Das ergibt eine Umfrage des GdW zu digitalen Geschäftsmodellen, die im Juli veröffentlicht wurde. Die Digitalisierung soll vor allem die Arbeit in den Unternehmen selbst verbessern. So erwarten die Wohnungsunternehmen eine bessere Planungsgrundlage und ein verbessertes Wissensmanagement durch eine effizientere Datenverarbeitung. Darüber hinaus kann die Standardisierung von Prozessen Fehler minimieren und Ressourcen für komplexe Aufgaben freisetzen. Und schließlich erhoffen sich auch die Wohnungsunternehmen – ebenso wie die Netzbetreiber – durch die Digitalisierung Impulse für den immer bedeutender werdenden Pflegebereich.

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Die Umfrage des GdW macht jedoch auch deutlich, dass sich Wohnungsunternehmen in Deutschland größtenteils erst am Anfang eines digitalen Transformationsprozesses befinden. Nur 5 Prozent der Unternehmen haben bereits neue digitale Geschäftsmodelle entwickelt, 30 Prozent planen, dies innerhalb der nächsten 5 Jahre zu tun. Allerdings liegt der Fokus derzeit noch mehr auf den unternehmensinternen Abläufen als auf Anwendungen in den Wohnungen und der Verbindung zu den Mietern. Hier kann eine bessere digitale Ausstattung der Wohnungen helfen, um auch die Prozesse der Wohnungswirtschaft effizienter zu gestalten, als auch die Mieterzufriedenheit steigern. Hier besteht großes Potenzial, das die Netzbetreiber gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft erschließen können.

Fazit:

Für die Netzbetreiber heißt das, dass sie künftig neben der Breitbandanbindung möglichweise auch die Kommunikation mit den Mietern und die Vernetzung der Bestände technisch unterstützen müssen. Ein wichtiger Aspekt ist, sich auf steigende Anforderungen in Sachen Datensicherheit vorzubereiten. Dazu zählen unter anderem Sicherheitskonzepte, Housing- und Hosting-Angebote aus eigenen Rechenzentren sowie die gezielte Analyse von möglichen Sicherheitsrisiken in Unternehmensnetzwerken.

Termininfo:

In Kooperation mit dem GdW und der Wirtschaftsinitiative Smart Living findet am 16. Januar 2019 das ANGA-Symposium "Smarte Wohnung" in Berlin statt. Es beschäftigt sich mit folgenden Themen:

  • Vertiefung der Smart Home-Thematik mit Fokus auf B2B
  • Geschäftsmodelle und erste Praxiserfahrungen: Kosteneinsparung und Erhöhung der Mieterbindung durch smarte Lösungen
  • Einordnung des Übergangs in den B2B-Massenmark
Das Programm und die Anmeldung wird rechtzeitig hier online gestellt. 



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